Studie zur Situation Jugendlicher und junger Erwachsener „NEETs“

Unbenannt

NEETs (Not in Education, Employment or Training) bezeichnet eine Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener, die keine Schule besuchen, keiner Arbeit nachgehen und sich nicht in einer Bildungsmaßnahme befinden.

Die Europäische Union legt in ihren Programmen zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Inklusion einen besonderen Wert auf diese Zielgruppe – dazu gibt inzwischen fundierte statistische Erkenntnisse und tiefergehende Untersuchungen in verschiedenen europäischen Ländern. Das Institut für Regionale Innovation und Sozialforschung e.V. (IRIS) untersuchte gemeinsam mit dem italienischen Soziologen Dr. Nerli Ballati (Sapienza Università di Roma) die Lebenssituation dieser jungen Menschen im Raum Dresden:

Wie erfahren die NEETs den Übergang ins Erwachsenenalter? Welche Ausgrenzungsprozesse wirken? Welche Unterschiede bestehen bei den unterschiedlichen Gruppen der NEETs (Frauen/Männer; mit/ohne Abschluss, …)? Welche Auffälligkeiten und weiteren Zusammenhänge zeigen sich?

Durchgeführt wurde eine statistische Aufarbeitung der vorhandenen Zahlen für Sachsen sowie eine qualitative Untersuchung mittels leitfadengestützter, narrativer Interviews im Raum Dresden. Für dieses Vorhaben wurden Studienteilnehmer_innen gesucht, die zwischen 20 und 30 Jahren alt sind und der NEET-Definition entsprechen. Ziel dieser Studie ist es die subjektiven Erfahrungen junger Erwachsener mit dem Übergang in Arbeit oder Ausbildung zu untersuchen. In diesem Zusammenhang sollen neben Strategien zur Arbeits- oder Ausbildungssuche auch Erfahrungen mit Zeiträumen ohne Arbeit beforscht werden.

Das Team nahm an folgenden Tagungen als Referent_innen teil:

  • Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA), „’Inklusion ist …‘ – Perspektiven und Positionen der Sozialen Arbeit“, 29.-30.04.2016, Düsseldorf
  • International Sociology Accociation (ISA), 3. Public Forum, „The Futures We Want: Global Sociology and the Struggle for a Better World“, Panel: Sociology of Youth. Uncertainty and Precarity in Youth Employment – Public Policies, Institutional Mediations and Subjective Strategies, 10.-14.07.2016, Wien

Artikel zu dieser Studie mit dem Titel „NEETs als neue Zielgruppe der Sozialforschung und der Arbeitsmarktpolitik“ (Teil 1) und „NEET-Indikator als Maß für soziale Exklusion? Eine qualitative Studie im Raum Dresden“ (Teil 2) finden Sie in der Zeitschrift Corax – Fachmagazin für Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen (#5/2015 und #3/2016).

Am 15. Dezember 2015 stellte das Team die Studienergebnisse im Rahmen der Dresdner Forschungsgespräche an der TU Dresden vor.

Im Frühjahr 2017 wird das Team im Rahmen des Fortbildungsangebots des agjf e.V. als Bildungsreferent_innen zum Phänomen NEET sprechen.

Durchführende des Projekts sind: Enrico Nerli Ballati und Mareike Fritz.

Bildquelle: Joanna Broda  / cargocollective.com